Navigation

Alle Neuigkeiten und Termine nach Kategorien:

Geschäftsbericht 2015/2016 – MASTERRIND GmbH erreicht nicht das gute Vorjahresresultat

Die deutsche Wirtschaft strotzt aktuell mit einer Rekordmeldung nach der anderen. International ruft dieses Wunder schon die Neider hervor. Die deutsche Landwirtschaft hat allerdings bisher wenig davon profitiert. Auch wenn die Preise sich in der Zwischenzeit erholt zeigen, sind speziell die Milcherzeuger im vergangenen Jahr durch ein tiefes Tal der Tränen gewandert.

Diese Dauerkrise mit Milcherzeugerpreisen von 20 Cent je Liter Rohmilch hat sich natürlich auch auf das komplette Geschäftsumfeld der Rinderhalter ausgewirkt. Zu keiner Zeit zuvor haben mehr Betriebsleiter die Konsequenz gezogen und die Milcherzeugung an den Nagel gehängt. Die Einen hören auf, die Anderen wachsen. (Des einen Not ist des anderen Brot). So etwas nennt man im Wirtschaftsdeutsch Strukturwandel.

 

Anlässlich der Vertreterversammlungen von RPN und ZEH am 30. März 2017 im Hotel Niedersachsenhof in Verden sowie der Vertreterversammlung der WEU am 29. März 2017 im Wardenburger Hof in Wardenburg stellte die MASTERRIND-Geschäftsführung das Ergebnis des Geschäftsjahres 2015/16 vor.

In einem schwierigen Marktumfeld konnte die MASTERRIND GmbH im abgelaufenen Jahr die Wachstumsergebnisse des Vorjahres nicht wiederholen und musste in den Verkaufserlösen Rückgänge hinnehmen. Mit einem Jahresumsatz in der Höhe von 186,5 Mio. Euro verzeichnete das Unternehmen ein Minus von 10,9 Mio. Euro oder 5,5%.

Mit rückläufigen Verkaufserlösen von 7,7 Mio. Euro verbucht der Tiervertrieb die größten Abschläge. Die steigenden Rohmilcherzeugerpreise lassen für das laufende Jahr günstigere Marktbedingungen erwarten. Die Umsatzerlöse haben sich insgesamt um 10,9 Mio. Euro auf 186,5 Mio. Euro vermindert. Von dieser Umsatzverringerung entfallen 7,7 Mio. Euro auf den Tierhandel sowie auf die Erlöse im Bereich der Rinderbesamung und dem Spermahandel einschließlich der damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen sowie dem Handel weiterer Produkte mit 3,2 Mio. Euro. Der Tierabsatz weist insgesamt eine Zuwachsrate in den Stückzahlen von knapp 2 % bei deutlich nachgebenden Preisen auf. Dieses gilt insbesondere für das Segment Zuchtvieh Milchrind, da hohe Produktionsmengen der Milcherzeuger sowohl auf den nationalen als auch den internationalen Märkten zu Preiseinbußen bei der Vermarktung von Rohmilch führten und in der weiteren Folge auf die Verkaufspreise gehandelter Tiere durchschlugen.

Der Bereich Rinderbesamung und Spermahandel konnte ebenfalls aufgrund der negativ verlaufenden Branchenentwicklung und schwierigen wirtschaftlichen Situation auf Seiten der milchviehhaltenden Betriebe nicht an die positive Vorjahresentwicklung anknüpfen, ist aber nach wie vor die tragende Ertragssäule des Unternehmens.

 

Gestiegene Kuhzahlen und Nutzungsdauer

Der Vergleich der Bestandsveränderungen und Kuhzahlen der vergangenen beiden Jahresabschlüsse jeweils zum 30. September verdeutlicht den schon erwähnten Strukturwandel in der Rinderhaltung des MASTERRIND-Zuchtgebietes. Die Rückgänge in den Betriebszahlen liegen mit -4,6 % im vergangenen Jahr deutlich über dem durchschnittlichen Anteil der vergangenen Jahre mit -3,0 %. Wenn auch nur leicht, haben sich dennoch die Kuhzahlen mit einem Zuwachs in Niedersachsen von +1,6 % (+6.500 Kühe) und leichtem Rückgang in Sachsen mit -2,2 % (-850 Kühe) positiv entwickelt. Die Milchleistungen sind pro Kuh bei stabilen Inhaltsstoffen gestiegen.

Weiterhin positiv entwickelt sich die effektive Nutzungsdauer der Holsteinkühe. Niemals zuvor gab es so viele 10-Tonner in den MASTERRIND-Mitgliedsbetrieben. Die Gesamtzahl belief sich im Prüfungsjahr 2015/16 auf sage und schreibe 1.092 neue 100.000 Liter-Kühe.

 

Exportmärkte für Rindergenetik entwickeln sich positiv

Die Auslandsvermarktung der MASTERRIND im Export von Rindergenetik hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt und legte auch in der vergangenen Vergleichsperiode überproportional zu. Mit nahezu 950.000 Portionen erhöhte sich das Verkaufsvolumen für Rindersamen um knapp 10 %. Neben den europäischen Nachbarländern, wie die Niederlande, Frankreich, Österreich oder das Vereinigte Königreich, bieten sich gute Perspektiven in den typischen Wachstumsmärkten. Dazu gehören Länder wie China, Russland, Litauen oder Marokko.

Die deutsche Zuchtphilosophie mit der hohen Gewichtung der Gesundheitsmerkmale eröffnet hier spezielle Möglichkeiten, die in bestimmten Auslandsmärkten sehr hoch geschätzt werden und damit eine Alleinstellung im Wettbewerb bieten.

Die Nachfrage nach Zuchtrindern im Inland kam im vergangenen Geschäftsjahr zeitweise zum Erliegen. Mit den sinkenden Preisen für Zuchtrinder aus Deutschland ergaben sich neue Möglichkeiten in verschiedenen Ländern, die bisher weniger in Erscheinung traten. Ungefähr Zweidrittel der exportierten Zuchtrinder trat den Weg in Drittländer an. Neben der Türkei konnten die größten Stückzahlen nach Nordafrika (Marokko und Ägypten) sowie nach Zentralasien (Usbekistan, Turkmenistan und Russland) verkauft werden.

Die europäischen Nachbarn vorrangig aus Italien, den Niederlanden und Polen bedienten ihre Wünsche mit erstlaktierenden Rindern über die Auktionen. Somit konnten die Vermarktungszahlen auf den Auktionsplätzen der MASTERRIND sogar noch zulegen.

Mit mehr als 35.000 exportierten Zuchtrindern wurde die Rekordzahl des Vorjahres nur knapp verfehlt.

 

Wie geht´s weiter?

In den vergangenen Monaten hat der Milchpreis sich deutlich erhöht. Damit hat sich die Marktsituation für alle Milcherzeuger und Rinderhalter positiv verändert. Sowohl die Nachfrage im Inland als auch die Preise haben sich spürbar erhöht. Ob diese Entwicklung nachhaltig sein wird, lässt sich aktuell sicher noch nicht genau prognostizieren. Dennoch hat sich die Nachfrage nach dem Rohstoff Milch weiter erhöht. Die sogenannten Schwellenländer mit wachsenden Wohlstand sorgen für das wesentliche Wachstum und versuchen mit umfangreichen Fördermaßnahmen ihre eigene landwirtschaftliche Produktion zu erhöhen und in Qualität sowie Produktivität zu verbessern. Das bietet auch für die Rinderhalter nachhaltig positive Perspektiven. Die Weltbevölkerung wird weiter wachsen und verbrauchen, aber Landwirtschaft funktioniert wirtschaftlich wettbewerbsfähig an den sogenannten Gunststandorten.

Trotz des bescheideneren Vermarktungsergebnisses im abgelaufenen Geschäftsjahr befindet sich die MASTERRIND GmbH auf stabilem Kurs. Das Klima im Geschäftsumfeld hat sich durch die gestiegenen Erzeugermilchpreise sowie der sich stabilisierenden Situation in der Weltwirtschaft deutlich verbessert, so dass die Unternehmensresultate der aktuellen Rechnungsperiode sich nachhaltig verbessert zeigen und der Wachstumskurs des Unternehmens zum Nutzen der Mitgliedsbetriebe fortgesetzt werden kann.

Zurück
Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu... OK