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Rind frei für die vogtländischen Jungzüchter

Es ist schon beachtlich, wie sich eine einfache Wiese von heute auf Morgen in eine „Arena für Rinder und deren Jungzüchter“ verwandelt. Dazu gehört natürlich ein Schauring, ein Waschplatz, eine Anbindung für die Tiere, Zelte mit Bänken und vor allem viele fleißige Helfer und Engagierte. Alles für das Hauptevent des Vogtländischen Jungzüchterclubs – den 21. Vorführwettbewerb in Neudörfel an der Talsperre Pöhl und die Wahl der Miss Vogtland. Am Samstag, dem 04. Juni 2016 war der große Tag für die vogtländischen Jungzüchter.

Bis 07.30 Uhr waren alle Rinder in Neudörfel aufgetrieben, von da ging es auf den Waschplatz, wo nochmal der Reisestaub abgewaschen wurde. Nächste Station ist der „Fittingplatz“, wo Martin Häberer, Junglandwirt aus Niedercrinitz, und Leon Bäurich vom Freiberger Jungzüchterclub den Tieren den Feinschliff verpassten.

Noch mit dem Schergerät die Haare auf der Wirbelsäule kürzen und fertig ist die „Top-Line“. Bei den insgesamt 32 Holstein Rindern kommt man dabei auch ganz schön ins Schwitzen. Aus dem ganzen Vogtland und angrenzenden Regionen sind die Jungzüchter mit ihren Familien und den Tieren von privaten Unternehmen und Agrargenossenschaften angereist, um eines zu werden – bester Vorführer des Wettbewerbs.

Die charismatische Richterin, Alexandra Thier, ist aus dem Brandenburgischen angereist, um diesen Jungzüchter zu ermitteln. Gerade in der jüngsten Klasse, wo die Kinder 3 bis 4 Jahre jung waren, kam es der Jurorin vor allem darauf an, dass die Vorführer zusammen mit ihren Kälbchen Spaß haben. Diesen hatte Franz Nieghorn von der Nieghorn GbR aus Langenbach am meisten und gewann damit den ersten Pokal des Tages.

In den folgenden Klassen ging es schon mehr darum, die Vorführregeln zu beachten. Das heißt ein ruhiges und harmonisches Vorführen, Tier und Mensch gehen im Gleichschritt – arbeiten zusammen. Diese Passion zeigte Moreen Sachs von allen Vorführern am besten im Ring und wurde damit Gesamtsiegerin des Wettbewerbs. Die aktuelle Sächsische Milchprinzessin aus Schönberg führte ein Rind von der Agrargenossenschaft eG Reichenbach. Ein feiner Knochenbau, korrekte Beinstellung, gerader Rücken, eine starke ausgebildete Rippe…, das sind die Kriterien, wenn ein Jungrind zum „besten Typtier“ gekürt werden soll.

Mona Lisa, eine Manhattan2-Tochter, vereint diese Vorzüge und erhielt den Titel. Das Jungrind steht in der Agrarproduktion Reuth Sammer & Co KG und wurde von Carsten Schmidt vorgeführt. Ohne die Gewöhnung an den menschlichen Partner ist eine Kuh kaum in der Lage, so mit einem Menschen mitzulaufen, dass das Team entspannt wirkt, erklärt der 13-jährige.

Als weitere Extraklasse folgten noch die Schaukühe, Töchter der Bullen Snowmaster, Monreal, Goldberg, Bookem und Maxlife. Den begehrten Klaps auf den Hintern erhielt die drittlaktierende Kuh Irma (Bookem) aus dem Stall von der Kerstin Döhler GbR aus Wildenau und kann sich jetzt mit dem Titel „Miss Vogtland 2016“ schmücken.

Neben ihrer Harmonie in Körper und Fundament als rahmige Kuh überzeugte sie auch mit ihrem drüsigen Euter und wurde gleichzeitig auch beste Euterkuh der Schau. Uwe Matthes, Vorstandsmitglied des sächsischen Rinderzuchtverbandes, sagt: „Für die Kinder ist die Schau vor allem ein Spaß. Für die Landwirte geht es auch darum, den Nachwuchs für den Berufsstand zu begeistern. Insgesamt war es eine rundherum gelungene Veranstaltung, auch wenn in diesem Jahr nur halb so viele Teilnehmer gekommen waren. Die aktuelle Diskussion um den Milchpreis, der zu miserablen Situationen auf den Höfen führt, wird dafür mit verantwortlich sein. Umso mehr gilt unser Dank allen Helfern und Sponsoren, die trotz der Umstände zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.“

Kathlen Nieghorn

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