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Abschied von Dr. Albert Breitling

„Der Austausch mit den Züchtern war ihm stets das Wichtigste“, so beschreibt ihn sein langjähriger Weggefährte, der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Sächsischen Rinderzuchtverbandes eG, Dr. Günter Braune.

Im Alter von nahezu 92 Jahren verstarb am 18. Februar 2020 der ehemalige Geschäftsführer des SRV, Dr. Albert Breitling in seinem Wohnort Döbeln. Fast 45 erfolgreiche Berufsjahre hat sich Breitling mit Leidenschaft und Hingabe der sächsischen Tierzucht gewidmet.

Als Kind der Lommatscher Pflege wuchs er auf dem Rinderzuchtbetrieb seiner Eltern auf und gehörte zu den jungen Leuten, die kurzerhand noch in den letzten Kriegstagen in die Armee gezwungen wurden. Die folgende Zeit der Gefangenschaft und Zwangsarbeit haben nicht nur seinen Tribut an Körper und Seele gefordert, sondern ihn in aller Bescheidenheit auch für das spätere Leben geprägt. Seine spätere Feststellung, „…. wir waren doch noch halbe Kinder“, beschreibt diese Lebensphase sehr eindrucksvoll.

Als Pionier auf der Besamungsstation in Garsebach begann er 1950 mit Fahrrad und Rucksack seine Tätigkeit in der Rinderbesamung. Schon nach kurzer Zeit wurde er Stationsleiter. Später studierte er in Freiberg, in Meißen und an der Humbold Universität in Berlin und diplomierte als staatlich geprüfter Tierzuchtleiter.

Die praktischen Kenntnisse der Tierhaltung und Milchproduktion, die er sich in der Leitung der Milchviehanlage in Eibau erarbeitete, mündeten in seine folgende Promotion in Meißen. Damit hatte er sein notwendiges Rüstzeug erarbeitet, um ab 1975 als Zuchtleiter für Rinder im Bezirk Dresden, die Zuchtwertschätzung, die Stammzucht und die zentrale Bullenaufzucht in Meißen maßgeblich erfolgreich voranzutreiben. Als Anerkennung seiner frühen Verdienste wurde er mit der höchsten Auszeichnung „Verdienter Züchter“ geehrt.

Nach der Wende ab Mai 1990 beriefen die Mitglieder des Sächsischen Rinderzuchtverbandes ihn mit der Geschäftsführung der Genossenschaft, so dass er auch diese neue und risikobehaftete Phase in verantwortlicher Position prägte. Schließlich schied er im Juli 1994 aus dem Berufsleben in den verdienten Ruhestand aus. Von Döbeln aus hielt er bis zum Schluss den engen Kontakt zu den Züchtern und den aktuellen Themen der Rinderzucht.

Alle die ihn kannten und ganz besonders die sächsischen Rinderzüchter werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Dr. Albert Breitling bei einer Veranstaltung 2016
Erste Schau in Meißen am 18.9.1991. Dr. Breitling ist 2. v.r.
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