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agra2019, Mitteldeutscher Fleischrinderwettbewerb

Ein Kessel Buntes – Fleischrinder bevölkern den Schauring

Der Samstag steht auf der agra in Leipzig traditionell im Zeichen der Fleischrinder. Sie lassen förmlich die Muskeln spielen, wenn es darum geht, wer der Champion der jeweiligen Rasse oder Kategorie wird. Ein wahrer Augenschmaus für jeden Besucher, der sich die Zeit genommen hat diesen Strauß der Rassenvielfalt in Ruhe zu genießen. Vom kleinen, in der Entwicklung stehenden Jungrind bis hin zum vor Kraft strotzenden Altbullen präsentierte sich ein Jeder dem rinderbegeisterten Zuschauer. So manches Mal ging ein Raunen durch die Stuhlreihen, etwa bei der Wahl zum Interbreed-Champion der Altbullen – neun Muskelberge bevölkerten in stoischer Ruhe den Schauring. Den Anfang machten jedoch die Jungrinder, quasi die Hoffnung eines jeden Züchters. Knapp 100 Schautiere 46 mitteldeutschen Zuchtbetrieben und über fünfzehn Rassen stellten sich den beiden Richtern Rainer Tornow und Stefan Tröstl, um ihre Sieger zu ermitteln.

Jungrinder

Richter Tröstl sprach den Züchtern mehrfach im Rahmen seines Richtamtes seine hohe Anerkennung für ihre Leistung aus. Tiere in dieser homogenen Qualität zu zeigen, dass sei eine Meisterleistung, die zeigte, dass die Familie und ihr Team mit viel Engagement und Ehrgeiz ihre Arbeit im heimatlichen Stall erledigen. Bei den Fleckvieh-Simmental dominierte die sehr rahmige und im Rassetyp stehende Belinda von der Niederpöllnitzer Mutterkuh GmbH aus Harth-Pöllnitz ihre Klasse. Komplettiert wurde ihr Erfolg durch den Siegertitel des besten Jungrindes.

 

Die beste Werbung für die Rasse Limousin machte die sehr feminine Fenabatse des Zuchtbetriebs Limousinhof Klemm, indem sie souverän den Siegertitel ihrer Rasse einfuhr. An ihrer Komplettheit und ihrer Lendenbemuskelung konnte sich Richter Tröstl nicht satt sehen. Bleiben wir bei „Werbeschildern“, so soll die Siegerin der Charolais-Jungrinder nicht unerwähnt bleiben. Ein Klassensieg und Siegertitel reichte der rahmigen und mit einem wunderschönen Becken versehenen Olivia von Lutz Kulina aus Gardelegen nicht aus – ein Gesamtsieg Interbreed Champion über alle Rassen musste her.

Färsen

Die Fleckviehzüchter hatten an diesem Tage die Crème de la Crème aus ihren Ställen nach Leipzig gebracht. Mit einer enormen Ringpräsenz und femininer Ausstrahlung dominierte Wonder P von Antje Tittel aus Imtal-Weinstraße das starke Teilnehmerfeld der Fleckvieh-Simmental Färsen. Niemanden wunderte es, dass Wonder P auch bei der rasseübergreifenden Auswahl des Champions das letzte Wort hatte. Stolz und sich der ihr erteilten Ehre bewusst, nahm sie den Siegertitel Interbreed Champion entgegen.

Kühe mit Kalb

Bleiben wir bei den Fleckviehtieren und widmen uns den Schlachtschiffen – den älteren Kühen mit ihren Kälbern am Fuß. Hier hatte Katja PP von der Feißel GbR, Bismark, das Sagen. Schon in ihrer Klasse zeigte dieses Gespann wie Komplettheit aussieht. Katja stellte für den Richter das Wunschbild einer herausragenden, verdienten Kuh mit einem sehr guten Euter dar. Für die Rasse Limousin hielt das Gespann von Heiko Fischer, Wiedemar, die Fahnen hoch. Die Kuh Cosel überzeugte mit einer unwahrscheinlichen Beckenbreite und –neigung sowie ihrem sehr gut entwickelten Kuhkalb bei Fuß.

Bullen

Im Bereich der Extensivrasse Galloway kämpften zwei Schwergewichte gegeneinander. Die beiden Herdenbullen unterschieden sich nicht nur in ihrer Fellfarbe, auch in den Bereichen Muskelfülle, Flanken- und Rippentiefe waren die Differenzen klar erkennbar. Am Ende hatte der dunfarbene Rubio an der Hand seines Besitzers Karl-Friedrich Schöning, Könnern, die Nase vorn und sicherte sich den Siegertitel der Altbullen. Auf dem Fuße folgte ihm der Jungbulle Ralf ebenfalls Freigut Garsena. Mit diesem beeindruckenden Seitenbild sowie einer hervorragenden Flankentiefe und Rippenwölbung wusste er Richter Tornow zu beeindrucken. Nichts schenkten sich die beiden Limousin-Jungbullen ESW Hurrikan und Litello bei der Siegerauswahl. In ihren Klassen zeigten sie ihre überragenden Qualitäten und beiden griffen ehrgeizig nach dem Siegertitel. Schlussendlich hatte der mit einer überragenden Rücken- und Keulenmuskulatur imponierende Litello der Familie Klemm aus Hartmannsdorf-Reichenau den längeren Atem. In der Interbreed-Siegerauswahl legte er sich noch einmal mächtig ins Zeug, sodass er die nächste Schärpe über den Hals gelegt bekam.

Die Charolais-Jungbullen zeigten sich als würdige Vertreter ihrer Rasse und die Auswahl des Siegerbullen war sicherlich keine einfache Aufgabe für Tröstl. Dank seiner eher altersuntypisch weiten Entwicklung und seiner enormen Körpertiefe und Ausstrahlung sicherte sich Mimosa vom Landwirtschaftsbetrieb der Familie Wetzel, Thum-Herold, den Siegertitel.

Ohne Konkurrenz präsentierte sich der imposante und mächtige Hereford-Bulle RZW Timothy aus dem Rinderzuchtbetrieb Beilrode. Dank seines enormen Rassetyps und trotz seiner Jugendlichkeit erkämpfte er sich den begehrten Interbreed Champion-Titel der Altbullen.

Den krönenden Abschluss dieses Wettkampfes der Muskelpakete bildete die Wahl des Grand Champions aller Siegertiere. Sich seiner Sonderrolle bewusst, schritt Litello ruhig und gelassen in den Ring. Nach einigen spannenden Momenten stand fest, dass er den begehrten Titel des Grand Champions der agra 2019 mit in den heimischen Stall bringen wird.

 

 

 

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