Beef on Dairy
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Beef on Dairy
Der Anteil von Besamungen mit Fleischrindrassen in Milchviehbetrieben nimmt zu: 2024 lag der Anteil in Deutschland bei etwa 25 %. Grund dafür sind die höheren Verkaufserlöse von BoD (Beef on Dairy)-Kälbern im Vergleich zu reinrassigen Holstein-Kälbern.
Die Strategie ist simpel und überzeugend: Die für die Remontierung benötigten Kälber erhält man, indem man die besten Färsen und Kühe des Bestandes mit weiblich gesextem Sperma hochveranlagter Bullen anpaart. Alle anderen Tiere werden mit Fleischrassesperma besamt, sodass die entstehenden Kälber zu attraktiven Preisen in die Mast verkauft werden können. Gleichzeitig werden Aufzuchtkosten gespart, da nur noch die Kuhkälber aufgezogen werden, die wirklich benötigt werden.
Gleichzeitig müssen aber Risiken wie schwere Abkalbungen oder erhöhte Totgeburtenraten beachtet werden. Bisher fehlten dafür differenzierte Zuchtwerte, weshalb die Bullenwahl meist grob nach Rasse erfolgte. Seit der Zuchtwertschätzung August 2025 gibt es eine eigene BoD-Basis, gebildet aus BoD-Kälbern der letzten fünf Jahre. Dadurch sind sowohl faire Vergleiche zwischen Rassen als auch eine gezieltere Auswahl innerhalb einer Rasse möglich. Die Zuchtwerte werden auf der Relativskala mit einem Mittelwert von 100 und einer Standardabweichung von 12 ausgewiesen. Bullen erhalten ihre Zuchtwerte bei mind. 50 Nachkommen ab der zweiten Laktation. Passend zu den neuen Zuchtwerten wurde die Darstellung dieser Zuchtwerte im MASTERRIND-Bullenkatalog angepasst und übersichtlicher gestaltet:
1. Die Zuchtwerte Vermarktungsgewicht und Vermarktungserlös werden auf der Naturalskala angegeben und sind relativ zum Mittel der Rassebasis. Beispiel: Ein Vermarktungsgewicht-Zuchtwert von 4 kg bedeutet, dass die Nachkommen im Schnitt 2 kg mehr Gewicht bringen als der Durchschnitt der BoD-Basiskälber (der Bulle gibt nur die Hälfte seines Zuchtwertes weiter).
2. Die Kalbezuchtwerte KVd (Kalbeverlauf direkt) und TGd (Totgeburten direkt) werden auf der BoD-Basis (gebildet aus BoD-Kälbern der letzten 5 Jahre) veröffentlicht.
3. Die eingeklammerten Zahlen zeigen die Abweichung der jeweiligen Zuchtwerte vom Rassemittel. Beispiel: KVd 111 (+21,7) à Der Zuchtwert des Bullen weicht um +21,7 Punkte vom Rassemittel ab. Das bedeutet, dieser Bulle gehört innerhalb seiner Rasse zu den überdurchschnittlichen Bullen.
4. Die Feldergebnisse Tragedauer und Kälberfitness in der Gebrauchskreuzung werden erst ab der 2. Laktation mit mind. 50 Nachkommen ausgewiesen.
5. Der Balken im Linearprofil zeigt die Abweichung des Zuchtwertes zum jeweiligen Rassemittel.
6. Zuchtwert Tragedauer und Kälberfitness des Bullen.
Sind die Beef on Dairy Kälber wirklich so viel schwerer?
Schlicht und ergreifend: Ja. Und dementsprechend steigen auch die Erlöse für Kälber. Eine Auswertung von Oktober 2023 veranschaulicht, wie vor allem männliche Weißblaue Belgier- und INRA 95-Kälber den Markt dominieren.
Dabei sind INRA 95 Bullen vergleichsweise jung im deutschen BoD-Einsatz und haben einen nicht unerheblichen Marktanteil von den zuvor stark eingesetzten Weißblauen Belgiern übernommen. INRA 95 ist eine Züchtung, in der Merkmale der Rassen Charolais, Weißblaue Belgier, Blonde d' Aquitaine, Limousin und Maine Anjou erfolgreich kombiniert wurden. Leichtkalbigkeit, vitale Kälber und eine vergleichsweise hohe Fleischleistung sind die besonderen Vorzüge von INRA 95-Hybriden, die bereits in einer italienischen Studie bewiesen wurden.
Mit diesen Bullen in unserem MASTERRIND-Genetikshop bieten wir Ihnen eine breite Auswahl für den Einsatz von Beef on Dairy. Bei Fragen zu den Bullen oder zum Selektieren wenden Sie sich gerne an Ihre/n MASTERRIND-Fachberater/in Spermavertrieb.
Wenn Sie sich über die Anpaarung nicht sicher sind, treten Sie gerne mit den MASTERRIND-Fachberatern Spermavermarktung in Kontakt, die Sie vollumfänglich beraten. Auch bieten wir den Anpaarungsservice MASTER BAP an.
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