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Es wird “extremer” – Rege Diskussionen bei Planet Kuh

Dass der Klimawandel und dessen Auswirkungen aktuell nicht nur in Politik und Medien rege und heiß diskutiert werden, untermalten die Planet Kuh Veranstaltungen der MASTERRIND, die kürzlich am 20. und 21. November in Lingen und Verden stattgefunden haben. Rund 400 Besucher sind unserer Einladung gefolgt und haben gebannt die Ausführungen einer Expertenrunde zum Thema „Kuh und Natur im Wetterextrem – Wie reagieren auf den Klimawandel?“ verfolgt.

Unser zukünftiger Wetterbericht für morgen?

Zum Veranstaltungsauftakt zeigte Meteorlogin Annika Brieber aus dem Klimahaus Bremerhaven 8°C Ost einen Wetterbericht von ARD-Wetterexperten Sven Plöger im August 2050. Hitzewellen mit tropischen Nächten gehörten hier genauso zur Normalität wie lokale Unwetter und Starkregenereignisse. Nur Hokuspokus und Schwarzmalerei? Ganz und gar nicht. Klimaexperten können auf Grundlage von Prognosemodellen kurze und langfristige Wettertendenzen sehr genau abschätzen. Was uns in naher Zukunft (bis 2050) recht wahrscheinlich erwarten wird? Ein ungebrochener Trend der Erderwärmung. Konkret äußert sich dieser in mehr blockierenden Wetterlagen und heißen Tagen im Sommer sowie lokalen Unwetterereignissen und mehr Regen im Winter.

Umdenken beim Maisanbau

Damit liegt es auf der Hand, dass ein langfristiges Umdenken und Anpassen nicht nur im Stall, sondern auch auf dem Feld erfolgen sollte. Die Maiserträge haben in den letzten zwei Jahren vielerorts gelitten, was laut Aussage von Gerrit Hogrefe (N.U. Agrar GmbH, Schackenthal) nicht nur alleinig der Dürre zuzuschreiben war. Vielmehr waren Fehler bei der Bodenbearbeitung, bei der Aussaatqualität oder auch beim Herbizideinsatz zu erkennen. Damit Wasser zukünftig nicht zur begrenzenden Ressource wird, rät Hogrefe zu dünneren Beständen mit 7-8 Pflanzen pro m² sowie einer Nord-Süd Drillrichtung, um einen tieferen Lichteinfall in den Bestand zu gewährleisten. Er empfiehlt außerdem möglichst früh zu sähen und eher späte Sorten einzusetzen, die lange blühen und somit der Maispflanze ausreichend Zeit zur Wurzelentwicklung geben. Nicht zuletzt sollte der Herbizideinsatz schonend erfolgen und im 2-Blatt-Stadium abgeschlossen sein. Von einem „Freibrennen“, wie es in der Praxis häufig zu beobachten ist, rät er ab.

Futterplanung ein Muss

Nicht nur die Maiserträge fallen in diesem Jahr knapper aus, auch Minderträge beim Grünland führen insgesamt zur einer angespannten Futtersituation. Holger Müller (Fachberater Pro-Fit-Herdenmanagementberatung MASTERRIND) rät dringlichst zu einer exakten Erfassung der Futterbeständen und einer darauf basierenden Futterplanung. Diese sollte mehrmals pro Jahr erfolgen. Nur so kann vorausschauend gehandelt und ggf. Substitute in ausreichender Menge käuflich erworben werden. Der Grundfuttereinsatz kann bei den Melkenden auf bis auf 40% der TS-Aufnahme reduziert werden. Der Einsatz von Nebenprodukten mit hohen Fasergehalten (Treber, Pressschnitzeln) ist in diesem Zusammenhang anzuraten. Auch höhere Mengen an Häckselstroh (4-5 kg) sind „zum Strecken“ problemlos im Trockensteher- und Jungrinderbereich möglich, insofern eine Futterselektion unterbunden werden kann.

Luft und Wasser in Kombination

Wie Hitzestress bei Milchkühen und damit verbundene Leistungs- und Fruchtbarkeitsdepressionen vermieden werden können, demonstrierte Milcherzeuger Marco Vanzetti aus dem italienischen Piemont eindrucksvoll. Wurden 1994 bereits die ersten Deckenventilatoren installiert, werden die Milchkühe und Trockensteher heute durch eine Kombination aus Ventilations- und Beregnungsanlage automatisch nach Temperatur und Luftfeuchte gekühlt. Mit angepasstem Management (u.a. erwärmtes Tränkewasser, zweimalige Futtervorlage am Tag, Ballenfütterung im Sommer), können Leistung und Konzeption auch über die heißen Sommermonate stabil gehalten werden.

Planet Kuh 2020

Ausführliche Berichte zu den einzelnen Vorträgen können Sie in der Februar-Ausgabe der Rinderzucht nachlesen. Planet Kuh geht außerdem im Januar 2020 in eine zweite Runde. Wir laden Sie recht herzlich zu unserer Vortragsreihe am 15. Januar nach Meißen und am 16. Januar 2020 nach Bodenwerder ein. Mehr Informationen finden Sie hier.

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