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Bauchgefühl ist gut, Kontrolle ist besser

Warum ist der Futtertisch auf einmal leer? Warum legen wir jeden Tag mehr Futter vor, obwohl die Tierzahl konstant ist? Warum steigt/sinkt die Milchleistung plötzlich ohne Rationsänderung?

Mit diesen Kernfragen, die Ihnen wahrscheinlich nicht unbekannt sein werden, eröffneten die Referenten Dr. Anja Peters vom IFN Schönow, Stephan Brüning und Holger Müller von der MASTERRIND die zweite Seminarwoche des MAR/IFN Herdenmanager-Kurses am 13. Februar. Die Kontrolle der Fütterung, die maßgeblich für den Fütterungserfolg ist, stand an diesem Tag im Fokus. Denn allen muss klar sein: der Weg von der berechneten Futterration bis zur tatsächlich umgesetzten Ration der Kuh in Milch ist lang und mit einigen Stolpersteinen versehen, die es regelmäßig im Stall, an der Kuh, anhand von Daten und Zahlen zu überprüfen gilt.

Kennen Sie die tatsächliche Trockensubstanzaufnahme Ihrer Kühe?

Diese Frage wird nach wie vor noch allzu häufig mit einem „Nein“ beantwortet. Dabei sollten alle Bestrebungen darauf gelegt werden hohe Futteraufnahmen zu realisieren und diese nicht nur bei den Laktierenden, sondern vor allem auch bei den Trockenstehern (je besser sie fressen, desto besser gelingt der Laktationsstart – Zielwert 11-13 kg TS) regelmäßig zu kontrollieren.

Grund dafür, dass Kühe „auf einmal“ mehr oder weniger fressen als berechnet, die Milchleistung schwankt und die eingangs aufgeworfenen Fragen entstehen, liegt häufig an Schwankungen der Trockensubstanz(TS)gehalte der Silagen, die es gilt mittels TS-Bestimmung fortlaufend zu ermitteln. Wie genau die Bestimmung der TS-Gehalte und Berechnung der Trockensubstanzaufnahme der Kühe funktioniert, hat unser Herdenmanagement-Berater Holger Müller bereits in der Dezemberausgabe 2016 der Rinderzucht erläutert. Den Artikel „Bedeutung der TS-Gehalte in Silagen“ finden Sie zum Nachlesen noch einmal hier. Unserer Fütterungsexperten sind sich einig: Die Überprüfung der Trockensubstanz kostet zwar etwas Zeit, trägt aber dazu bei, Gesundheit und Leistung der Milchkühe sicherzustellen und frühzeitig auf Fehler aufmerksam zu werden.

Für die Überprüfung des Fütterungserfolges steht generell ein großes „Potpourri“ an Maßnahmen zur Verfügung (in der Tabelle zusammengefasst), das Disziplin in der Umsetzung erfordert und vor allem Teamarbeit bedeutet. Herdenmanager, Mitarbeiter, Berater und Tierarzt müssen Ziele der Fütterung gemeinsam definieren, bei der Umsetzung von Controllingmaßnahmen, deren Dokumentation und Kontrolle Hand in Hand arbeiten. Vielfältige Hinweise zur Organisation und Durchführung des eigenen Fütterungscontrollings, zur Erkennung von Schwachstellen in Stall und Management sowie zur Interpretation von „Kuhsignalen“ haben unsere Herdenmanager im Rahmen der praktischen Übungen erhalten.

Maßnahmenplan zur Fütterungskontrolle

1) Erfassung/Bewertung für E = Einzeltier / H = Herde / G = Gruppe/Laktationsabschnitt

 

Seminarabschluss: Prüfung bestanden?

Nach drei weiteren intensiven Seminartagen mit Betriebsbesichtigungen, praktischen Übungen und Diskussionsrunden, zitterten unsere Teilnehmer am Freitagmorgen der schriftlichen Prüfung entgegen. Am Nachmittag war endlich „Aufatmen“ angesagt, als die Zertifikate gezückt worden und es klar war: alle erfolgreich bestanden – puh! Jetzt heißt es: üben, üben, üben und das Erlernte direkt in die Praxis umsetzen. Wir wünschen jede Menge Spaß und viel Erfolg dabei!

 

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