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Generation Social Media – das Image der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist ein zentraler Motor der deutschen Wirtschaft – da sind sich wohl alle einig. Auch wenn Deutschland eines der am weitesten entwickelten Länder der Welt ist, nimmt immer noch gut die Hälfte der Fläche der Bundesrepublik die Landwirtschaft ein. Und davon profitieren wir: Laut Statista lag der Selbstversorgungsgrad 2016/2017 bei 85%. Unsere Landwirte produzieren also nahezu alles, was wir brauchen, im eigenen Land.

Bei so einer hohen Bedeutung genießt natürlich auch der Landwirt ein gewisses Ansehen: i.m.a zeigte in einer repräsentativen Ennid-Umfrage aus 2017, dass der Beruf des Landwirtes auf Platz 2 der wichtigsten gesellschaftlichen Berufe steht – direkt hinter dem Arzt und noch vor Polizist und Lehrer.

Aber wird der Landwirt wirklich als so positiv wahrgenommen? Sind die Landwirte nicht immer wieder die Bösen?

Die Öffentlichkeit und die Verbraucher sind wie Karsten Krogmann, Redakteur bei der Nordwest-Zeitung, bereits bei unserer Planet Kuh Veranstaltung 2016 bemerkte zu weit entfernt von der Landwirtschaft. Die Verbraucher „sehen sie gar nicht“, der Bezug fehlt.

An Informationen fehlt es uns aber nicht. Die modernen Medien versorgt uns schließlich mit allerlei Informationen zu jedem Thema, das man sich nur vorstellen kann. So natürlich auch zur Landwirtschaft. Wenn wir uns also auf Facebook bewegen, sehen wir sie immer wieder: Bilder von sterbenden Tiere, von misshandelten Tieren, die bösen Landwirte, die keinen Respekt vor dem Leben der Tiere haben und Veganer, die in brennenden Reden dazu aufrufen die Landwirtschaft bzw. deren Produkte zu boykottieren.

Das Interesse an der Landwirtschaft ist ungebrochen. Nur jeder Zehnte gab in benannter Studie des i.m.a. an, sich gar nicht oder nur wenig für Landwirtschaft zu interessieren. Was passiert aber, wenn gerade die jungen Leute ihre Informationen hauptsächlich, das heißt zu über 60%, aus dem Internet und Fernsehen beziehen?

Denken wir einmal an Sendungen wie „Rach deckt auf“ zum Thema Massentierhaltung oder erst kürzlich die 37° Reportage zu Tiertransporten. Die oft einseitige Berichterstattung löst immer wieder große Empörung unter den Landwirten aus. Und die Verbraucher? Naja, die wissen es nun einmal nicht besser.

Und auch die Schule ändert daran wenig. 61% der Befragten der i.m.a. Studie gaben an, dass aktuell zu wenig über Landwirtschaft unterrichtet wird. Und selbst wenn, sind 64% der Meinung, dass die Schule kein realistisches Bild der Landwirtschaft vermittelt.

Erwartung und Wirklichkeit klaffen im Auge der Verbraucher weit auseinander.

Laut Umfrage sind die drei höchsten Erwartungen an die Landwirte:

  • Verantwortungsvoller Umgang mit den Tieren (88%)
  • Produktion qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel (74%)
  • Umweltbewusstes Wirtschaften (73%)

Die Meinung, welche Eigenschaften auf einen Landwirt aber tatsächlich zutreffen, ist eine ganz andere. So denken nur 31%, dass in den Ställen und auf den Weiden verantwortungsvoll mit den Tieren umgegangen wird und gerade einmal 28% sind der Ansicht, dass umweltbewusstes Handeln einen Landwirt kennzeichnet. Einzig der Qualitätsanspruch kann für 56% bedient werden.

Was aber kann man nun tun um das Image zu verbessern?

Um es direkt vorweg zu nehmen: Alle Gegner der Landwirtschaft bzw. der konventionellen Landwirtschaft wird man nicht mehr umstimmen können. Gerade das Thema „Tierhaltung“ hat mittlerweile eine starke Front gegen sich. Das soll aber nicht heißen, dass man es nicht trotzdem versuchen soll. Die einzige Chance die gesellschaftliche Akzeptanz zu erhöhen ist der Dialog. Möglichkeiten gibt es viele. Sie sollten für sich überlegen, was am besten passt.

Social Media

Gerade für die heutige Jugend sind Social Media wie Facebook, Instagram oder YouTube zur Informationsquelle Nummer eins geworden. Warum das also nicht nutzen, um die Realität darzustellen – keine geschönten und gestellten Fotos, sondern den Alltag eines Landwirts. Auf einen Shitstorm sollten Sie dabei aber durchaus vorbereitet sein und sich vorher gut überlegen, wie Sie damit umgehen können und wollen.

Besuch von Schulklassen auf Bauernhöfen

Für die landwirtschaftliche Erziehung in der Schule bietet sich besonders die Besichtigung von Bauernhöfen an. Wenn schon die Kleinen lernen, wie es in deinem Kuh-, Schweine- oder Geflügelstall tatsächlich aussieht, haben die Tierschutzaktivisten keine so große Angriffsfläche mehr. Wer weiß was wie und warum passiert, kann sich leichter seine eigene, unvoreingenommene Meinung bilden.

Tag des offenen Hofes

Aber nicht nur Kinder möchten sich über die Arbeit auf einem landwirtschaftlichen Betrieb informieren. Auch Erwachsene werfen gerne einen Blick hinter die Kulissen der Produktion ihrer Nahrungsmittel. Wer seinen Hof nicht permanent für Betriebsfremde öffnen möchte, kann zum Beispiel beim Tag des offenen Hofes mitmachen. Übrigens, in Niedersachsen findet dieser 2018 am 17. Juni statt.

„EinSichten in die Tierhaltung“

Das Projekt des i.m.a. e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht Landwirte darin zu unterstützen ihre Höfe zu präsentieren. Neben der Bereitstellung von Informationen und Materialien wird hier auch Networking betrieben: Einmal zwischen Landwirt und Verbraucher, aber auch zwischen den teilnehmenden Landwirten unter sich. (http://www.einsichten-tierhaltung.de/index.php)

 

Moderne Tierhaltung und Tierwohl widersprechen sich nicht – ganz im Gegenteil, sie bedingen sich. Denn nur ein gesundes Tier schafft es gute Leistungen zu bringen. Und das ist wohl ganz im Sinne eines jeden Landwirts. Leisten Sie Ihren Beitrag dazu, dass die Verbraucher wieder wissen, wie ihre Nahrungsmittel eigentlich produziert werden. Wenn die Gesellschaft dann noch die Augen verschließt, müssen Sie sich auf jeden Fall nicht vorwerfen, es nicht versucht zu haben.

 

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