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Jameson – „Er macht die Kuh, die Milchviehhalter suchen!“

Solide Milchmengen, hohe Inhaltsstoffe, Spitzeneuter, unterdurchschnittlicher Rahmen, leichte Geburten, hohe Nutzungsdauer, überdurchschnittliche Stoffwechselstabilität und starke Eutergesundheit. Würden sich kommerzielle Milchviehhalter einen Bullen selbst kreieren können, würde er wohl so oder so ähnlich aussehen. Tatsächlich bietet die Branche aktuell einige Vererber, die Profile dieser Art  vererben. Aber es gibt wohl nur wenige, die die Vorgaben so präzise umsetzen, wie Deutschlands neue Nr.5 der töchtergeprüften Vererber: Veenhuizer Jameson. Ein Topstar ohne Starallüren.

Autor: Stephan Schneider, Holstein International

Es war nicht so, dass man dem hohen Zuchtwertniveau nicht vertraut hätte, aber so richtig einschätzen konnte man den jungen Jetset-Sohn Jameson nicht, als er seine Karriere bei der MASTERRIND begann. Mit dem Doorman-Sohn Jetset als Vater und der aus dem Neblina-Zweig der Tui Onyx Nick-Familie stammenden Mutter Veenhuizer Balisto Nelize besaß er eine Pedigree-Kombination, mit der man in Deutschland wenig Erfahrung hatte. Insgesamt gingen von Jetset keine 10 Söhne in die Besamung. Jameson war der mit Abstand höchste unter ihnen, zählte aber trotzdem nicht zur absoluten Spitze des Landes. Aber Jameson fand schnell Anhänger. Vor allem die Kombination einer inhaltsstoffstarken Leistungsvererbung mit beeindruckenden Fitnesswerten und bestechendem Exterieur zog die Milchviehhalter an. Auch die Tatsache, dass er nur einen mittleren Rahmen vererbte, passte in die Zeit. Jamesons Popularität blieb nicht nur auf Deutschland beschränkt.

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Der Jetset-Sohn Jameson EX-90 gab im Dezember sein Debüt an Position 5 der deutschen RZG-Topliste. Mit 132 für RZE und 140 für Euter ist er der mit Abstand beste Exterieurvererber innerhalb der töchtergetesteten Top-100 in Deutschland.

Söhne

Die heute mehr als 3.000 registrierten Nachkommen verteilen sich auf insgesamt 12 Länder, die den Allrounder einsetzten. Dass Jameson erstaunliches Potential besaß, erkannte man bei der MASTERRIND bereits, nachdem die ersten Kälber geboren waren. Obwohl er nie gezielt in den besten Familien genutzt wurde, lieferte er reihenweise Kälber, die mit RZG-Niveaus über 150 auffielen. Jameson war zwar kein  offizieller Bullenvater, lieferte auf Grundlage der guten genomischen Ergebnisse seiner Nachkommen aber doch 8 Söhne bei verschiedenen deutschen und internationalen Stationen in die Besamung. Auch einige seiner Töchter erreichten Bullenmütterstatus. Keine zwei Jahre nach der Geburt der ersten Kälber debütierte Jameson im Dezember auf Platz 5 der deutschen Topliste. Er bestätigte sein genomisches Gesamtniveau und er bestätigte seine Ausnahmestellung als Inhaltsstoffvererber, Fitnessexperte und Exterieurspezialist. Seine Popularität, die nie wirklich eingebrochen war, erreicht seit der Dezember-Schätzung neue Höchstwerte.

BW Marshall Neblina VG-87 (Mara-Thon BW Marsahll) > Veenhuizer Nemo VG-85 (Mascol) > Veenhuizer Nelleke VG-87 (Long-Langs Oman Oman) > Veenhuizer K&L Nelize (De-Su 11236 Balisto) > Veenhuizer K&L Jameson (Jetset)
Übersicht Jameson, Quelle: HI

Weltniveau

Stefan Kallaß, der bei der MASTERRIND neben anderen Aufgaben auch für die Inspektion von Töchtern der eigenen Topbullen verantwortlich ist, erklärt uns mit wenigen Worten, was er von Jameson hält. „Jameson ist ein Vererber, der den Zahn der Zeit perfekt trifft. Seine herausragenden Werte für Exterieur und Euter in Kombination mit einem RZG von 152 sind eigentlich unerreicht. Ich kenne mit Delta-Lambda weltweit nur einen Bullen, der auf Töchterbasis ähnliche Werte realisiert.“ Wenn Kallaß, der eigentlich für seine stets nüchternen, objektiven Einschätzungen bekannt ist, so etwas sagt, muss mehr dahinterstecken. „Jameson hat uns mit den genomischen Ergebnissen seiner frühen Töchter schon überrascht, aber jetzt sind wir von ihm wirklich überzeugt“, fährt er fort. „Das Besondere ist, dass er zwar herausragende Zahlen in einzelnen Merkmalen realisiert, aber trotzdem ein echter Allrounder ist. Er passt eigentlich in jeden Betrieb. Vor allem die Tatsache, dass er nicht zu viel Größe, gesunden Milchtyp und positiv für Stärke und Beckenbreite vererbt, macht ihn für kommerzielle Milchviehhalter interessant. Ein negativer Punkt im Linear, die steileren Hinterbeine, konnte ich bei den Töchtern, die ich gesehen habe, nicht bestätigen. Wir sind gespannt, wie sich sein Zuchtwert mit steigender Töchterzahl hier entwickelt. Insgesamt bewegen sich seine Töchter auf sehr parallelen, trockenen Fundamenten mit sehr hohen Trachten. Das absolute Glanzstück aber sind die Euter
mit weit überdurchschnittlicher Textur und sehr fester und extrem hoher Aufhängung. Ja, Jameson ist ein echter Topbulle!“

 

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