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Statement zum Eilerlass der Aussetzung von Tiertransporten in Drittländer

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat die zuständigen Behörden am 23. Juli 2020 per Erlass angewiesen, Nutztiertransporte in Drittländer mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres nicht mehr zu genehmigen.

Die MASTERRIND ist seit Jahrzehnten im internationalen Tiervertrieb tätig und hat langjährige Geschäftsbeziehungen zu Kunden in verschiedenste EU- und Drittländer aufgebaut. Jährlich werden aus Niedersachsen rund 45.000 bis 50.000 Zuchtrinder in Drittländer exportiert, was für die hiesigen Milcherzeuger und Züchter Betriebseinnahmen von 65 bis 75 Mio. Euro bedeutet.

Nachweislich dienen die Zuchtrinderexporte in den Empfängerländern dem Aufbau einer landeseigenen Zuchtrinderpopulation mit dem Ziel die Lebensgrundlage der Bevölkerung zu verbessern und eine kontinuierliche Versorgung mit Milch- und Milchprodukten sicherzustellen.

Beim Transport unserer Tiere arbeiten wir seit Jahren über die gesetzlichen Standards hinaus. Unsere Arbeit ist transparent und sowohl den politischen als auch fachlichen Behördenvertretern bekannt, mit denen wir im ständigen Austausch stehen. Die Transparenz der geforderten Informationen ist daher bereits zum jetzigen Zeitpunkt gegeben. Beispielsweise entscheidet die Genehmigungsbehörde in Folge einer Plausibilitätsprüfung über die Durchführung eines Transportes und kann diesen mittels GPS-Überwachung jederzeit nachvollziehen.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Rind und Schwein sowie weiteren Zuchtunternehmen und Tierärzten, wurde ein freiwilliger, gemeinsamer Transportstandard entwickelt. Die Kriterien im Standard gehen in Teilen über die bestehende EU-Tiertransportverordnung hinaus, um die Einhaltung von Tierwohl zu dokumentieren. Seit über einem Jahr stehen die Mitglieder dieser Arbeitsgruppe mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Kontakt, um den selbstauferlegten Arbeitskodex weiter zu spezifizieren und Sanktionen bei Missachtung der Kriterien zu ermöglichen.

Die Argumentationsgrundlage zum Erlass eines unverzüglichen Exportverbotes in Drittländer erzeugt Unverständnis auf Unternehmensseite und ist fachlich vor dem Hintergrund der aktuellen Aktivitäten nicht nachvollziehbar. Die Gespräche mit den zuständigen Vertretern des Ministeriums werden weiter lösungsorientiert fortgeführt und unsere Mitglieder über die Entwicklungen zeitnah informiert.

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