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Tipps und Tricks zum Kälbermanagement

Unsere angehenden Herdenmanager kennen Sie ja schon. (Für alle, die den Beitrag noch nicht gelesen haben, gibt es hier noch einmal den Link) Nun wollen wir natürlich wissen, was unsere Herdenmanager im Rahmen der ersten Seminareinheit noch gelernt haben.

Einer der insgesamt vier Seminartage stand ganz im Zeichen der „Jüngsten“ – unserer Kälber. Tierärztin Sarah Peter vom Institut für Fortpflanzung landwirtschaftlicher Nutztiere (IFN) Schönow gab den Teilnehmern Tipps und Tricks in puncto Neugeborenenversorgung und Ad libitum Tränke mit auf den Weg, die wir auch Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Durch gutes Kälbermanagement erhalten Sie gesunde und leistungsstarke Kühe
Das optimale Management lässt Kälber zu leistungsstarken Kühen heranwachsen

Kälberfütterung – neu aufgelegt oder altbewährt?

Gemäß dem Motto „früh übt sich was eine leistungsstarke und gesunde Kuh werden möchte“ leitete Referentin Sarah Peter den vierten Seminartag des MR/IFN Herdenmanager-Kurses zum Thema „Kälbermanagement“ am 18. Januar ein. In den letzten Jahren wehte ein wahrlich „frischer Wind“ durch die Kälberszene und stellte mit neuen Fütterungs- und Haltungskonzepten altbekannte Strategien auf den Prüfstand. Nun heißt es also alles anders? Gewiss nicht. Viele Grundsätze gilt es nach wie vor zu beherzigen, um den Kälbern einen gesunden und guten Lebensstart zu garantieren. Dabei kommt der frühzeitigen und optimalen Biestmilchversorgung eine zentrale Bedeutung zu Teil.

Kernpunkte einer optimalen Biestmilchversorgung

  • Erste Biestmilchgabe: So früh wie möglich, da der Saugreflex in den ersten 20 bis 30 Minuten nach einer (komplikationslosen) Geburt am stärksten ausgeprägt und die Resorptionsrate an Immunglobulinen über die Darmwand am höchsten ist.
  • Menge: 3 – 4 Liter (8-10 % vom Geburtsgewicht) innerhalb der ersten 3 Stunden
  • Verfütterung von qualitativ hochwertigen Kolostrum: Kolostrumqualität kann mittels Spindel (Kolostrometer) oder Refraktometer technisch einfach bestimmt werden. Ein Brixwert von > 22% (Refraktometer) entspricht einer ausreichenden Immunglobulinkonzentration von etwa 50 g/l igG
  • Hochdosierte Eisenversorgung nach der Geburt (oral oder subkutan) empfehlenswert
  • Selenversorgung überprüfen – hat bei Mangel Einfluss auf die Muskulatur und kann Trinkschwäche hervorrufen
  • Auch bei 2. Fütterung noch Erstgemelk vertränken
  • Kolostrum und Übergangsmilch von allen Kühen/Färsen restlos vertränken! Auch wenn Antikörper nicht mehr aufgenommen werden können, haben sie eine lokale Wirkung im Darm – Durchfallprävention!
  • Kolostrum ist gekühlt 2-3 Tage haltbar. Kühlung besser als Einfrieren/Auftauen (ca. 30 % Auftauverluste). Für eingefrorenes Kolostrum genügend Zeit zum schonenden Auftauen (bei max. 45°C) einplanen

Wie geht es weiter? Ad libitum als echte Alternative?

Nach neusten Erkenntnissen aus vergangenen Fütterungsversuchen hat sich in den letzten Jahren die intensive Ad libitum Fütterung in den ersten drei Lebenswochen auf vielen Betrieben etabliert – und das mit großem Erfolg. Praktiker berichten von höheren Zunahmen (tägliche Zunahmen von 1.000 g und mehr pro Tier u. Tag möglich), einer besseren Vitalität und Gesundheit der Kälber. Durchschnittlich nehmen die Kälber bei diesem Tränkeverfahren in der ersten Woche etwa acht, in der zweiten Woche zehn und in der dritten Woche bis zu 11 kg Milch pro Tag auf. Damit das System auch richtig funktioniert, weist Frau Peter auf einige Eckpunkte hin:

Besonderheiten bei der Ad libitum Tränke:

  • Bei der Ad libitum Fütterung sollte immer Restmilch im Eimer vorhanden sein – Kalb sollte nie die Erfahrung machen, dass die Tränkemenge begrenzt ist, da ansonsten hastiges Trinken provoziert wird. Bei zu schneller Aufnahme von großen Tränkemengen kann es zu Verdauungsstörungen kommen
  • Saugen sollte „schwer“ fallen, um langsame Tränkeaufnahme zu fördern. Gummi- besser als Silikonnuckel; Saugschlitz darf nicht zu groß sein (Ausnahme Kolostrum)
  • Bei Einzelhaltung sollte aus hygienischen Gründen jedes Kalb seinen eigenen Eimer haben. Tränkeeimer sollten regelmäßig (vor jedem Neubefüllen) heiß ausgespült und die Nuckel durchgemolken werden. Bei Ad libitum Fütterung bleiben die Eimer in der übrigen Zeit beim Kalb (Vollmilch ansäuern). Ein Deckel schützt vor Verschmutzungen
  • Wird die Milch angesäuert, sollte ein pH-Wert von 5,5 nicht unterschritten werden, da ansonsten die Akzeptanz der Kälber bei der Milchaufnahme leidet
  • Bei Vollmilchfütterung ist der Einsatz von Aufwertern (v.a. für die Eisenversorgung) empfehlenswert
  • Nach Ad libitum-Tränkephase mit Kolostrum/Vollmilch Umstellung auf Milchaustauscher mit hohem Magermilchpulver-Anteil: mindestens 50%! Ab der fünften bis sechsten Lebenswoche kann der Anteil an Magermilchpulver (schrittweise) reduziert werden

Wie wichtig ein gutes Kälbermanagement ist, dazu berichteten wir auch bereits in der Rinderzucht Ausgabe Februar 2017. Für alle, die die Ausgabe verpasst haben oder die kein Gedächtnis wie ein Elefant haben, haben wir den Artikel von Dr. Ilka Steinhöfel vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft u. Geologie noch einmal verlinkt.

 

Falls Sie noch Fragen zum Kälbermanagement haben, können Sie natürlich jederzeit gerne an unsere erfahrenen Herdenmanagement-Berater wenden:


Gebiet östlich der A1 und Sachsen-Anhalt

Holger Müller
Mobil: +49 151 20020232
E-Mail: holgermueller@masterrind.com

Region Oldenburg

Stephan Brüning
Mobil: +49 174 9947199
Fax: +49 4403 9326-13
E-Mail: sbruening@masterrind.com

Gebiet Sachsen

Thomas Böser
Mobil: +49 151 65915924
E-Mail: tboeser@masterrind.com

Elbe-Weser-Dreieck, Wesermarsch und Großraum Bremen

Sönke Hinnemann
Mobil: +49 151 21242780
E-Mail: shinnemann@masterrind.com

Region Weser-Ems

Esther Achler
Mobil: +49 151 27009947
E-Mail: eachler@masterrind.com

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