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Web-Bewerb: Neues Format stößt auf Begeisterung

In diesem Jahr ist alles anders. Durch das Corona-Virus mussten nahezu sämtliche Präsenz-Veranstaltungen ausfallen; davon blieben auch die Tierschauen und Jungzüchterwettbewerbe nicht unberührt. Und während sich ein kleiner Stab an MASTERRIND-Mitarbeitern über die Organisation von Online-Fortbildungsseminare den Kopf zerbrach, kam plötzlich der Gedanke auf, dass man auch den Jungzüchtern etwas bieten müsse!
Lang wurde hin und her überlegt, welche Art Veranstaltung am besten online zu realisieren sei. Ein klassischer Jungzüchterwettbewerb musste leider verworfen werden. Zu schlecht kann man das Einwirken der Jungzüchter auf ihre Kälber und Jungrinder in einem Video bewerten oder gar noch kurzfristig Aufgaben stellen. Denn: Möglichst transparent und objektiv sollte der Wettbewerb sein, damit die Richterenstscheidung leicht nachzuvollziehen ist.
Klinke: „Web-Bewerb“ mit dem Tier im Fokus

So kam es zum MASTERRIND Web-Bewerb, einer Jungzüchter-Tierschau. Im Fokus stand das Tier, nicht die Vorführleistung des Jungzüchters. Mitmachen konnte jeder Jungzüchter aus dem MASTERRIND-Gebiet. Dabei war es uns wichtig, den Jungzüchtern einen fairen Wettbewerb bieten zu können und Anreize zu geben, sich mit der Qualität seines Tieres aktiv auseinander zu setzen.
Es konnten alle Abgekalbten gemeldet werden, die noch nie an einer Bundesschau teilgenommen haben. Anhand eines vorab veröffentlichten Beispielvideos mit klar benannten Ansichten, die darzustellen es Teilnahmebedingung war, sandten die Teilnehmer die Videos ihrer gemeldeten Tiere ein.
Insgesamt 66 Tiere wurden von 59 Teilnehmern gemeldet. Eine tolle Resonanz, die wir so auf ein derart neues und unbekanntes Schau-Format nicht erwartet hätten.
Klassenweise wurden die Videos zusammengestellt und auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht, sodass jedermann sehen konnte, wie die Konkurrenz aussieht und anhand welcher Videos Richterin Andrea Perk aus Spahnharrenstätte zu ihrer Entscheidung kommen würde.
Die Siegerehrung fand -natürlich online- am 15. Juli statt. Vorab erhielt jeder Jungzüchter ein kleines Überraschungspaket, die Sieger des Web-Bewerbs jedoch gewannen überdem Spermagutscheine der MASTERRIND.
Live richtete Andrea Perk nun knapp eine Stunde lang die Tiere anhand der Videos und begründete ihre Entscheidungen leicht nachvollziehbar. Dabei unterstrich sie die besondere Herausforderung dieser Art des Richtens, da die Unterschiede in der Qualität der Videos und die deutlich längere Zeit, die zum Richten zur Verfügung stand, einen enormen Unterschied darstellten. Jedoch war es eine Herausforderung, der sie sich gern stellte.

Red Holsteins

Siegerin jung Rotbunt wurde die harmonische und elegante NN Alicia, eine Devour RF-Tochter von Klaus Büscherhoff aus Steinfeld, gezeigt von Erik Büscherhoff. NN Alicia weist ein besonders fest aufgehängtes Euter sowie sehr gute Fundamente auf.
Über den Siegertitel mittel der Red Holsteins konnte sich die zweitlaktierende DM Atlantis (V. Jacot Red), Bes. Henrik Wille, Essen, bzw. ihr Vorführer Hennes Wille freuen. Die kapitale, rahmige Kuh verfügt über ein drüsiges und breites Euter mit guter Strichplatzierung.
Siegerin alt der Red Holsteins wurde aha Gesa, eine Larson-Tochter der Kethorn GbR aus Isterberg, gezeigt von Mika Kethorn. Die „Umfärberin“ mit dem mittlerweile zu einem großen Teil schwarzen Fell, bestach in ihrer fünften Laktation durch ihre Feinzelligkeit, enorm viel Milchcharakter und ihr drüsiges Euter mit sehr festem Zentralband.
Diese drei qualitativ sehr guten Red Holsteins standen sich in der Grand Champion Auswahl gegenüber, doch gewinnen konnte nur eine. Grand Champion ist die kapitale und sehr rahmige DM Atlantis vor der feinzelligen NN Alicia mit Zukunftspotenzial.

Holstein Frisians

Die Färsenklassen der Schwarzbunten waren deutlich stärker besetzt, sodass sich sechs Tiere in der Endrunde zum Siegertitel jung gegenüber standen. Die Honourable Mention ging an feinzellige und Typstarke FG My Darling, eine Tochter des MASTERRIND-Vererbers Darlingo, erneut ein Tier von Henrik Wille, vorgestellt von Hennes Wille. Auf Grund von Vorzügen in der Bewegung und im Fundament, ging Hihu Fantasie (V. Absolute-R), Bes. Lambert Weinberg, Isterberg, gezeigt von Jana Weinberg als Reservesieger hervor. Am meisten überzeugte jedoch Impression-Tochter RS Lauri, Bes. Egon Strudthoff, Dötlingen, gezeigt von Greta Drieling, Richterin Andrea Perk. Sie schwärmte von den Vorzügen in Rahmigkeit und Länge sowie der tollen schrägen Rippe und dem drüsigen Euter ihrer Siegerfärse.

Der Siegertitel mittel ging an THL Playa (V. Atwood), eine Zweitkalbskuh, die ebenfalls vom Betrieb Wille in Essen kommt. Sie wurde von Hinnerk Wille gezeigt. THL Playa überzeugte mit enorm viel Rahmen und Länge sowie extrem viel Milchcharakter. Ihr folgte als Reservesiegerin Loh Mexica (V. Diamondbac), Bes. Andreas Lohmöller, Emsbüren, gezeigt von Devon Lohmöller. Loh Mexica ist ebenfalls eine außergewöhnlich gute Kuh, die noch sehr jugendlich aussieht und viel Zukunftspotenzial aufweist. „Schon allein ihr Euter ist ein absoluter Hingucker!“, so Perk.
Die „Königsklasse“ der alten schwarzbunten Holsteins war mit Kühen von der vierten bis zur sechsten Laktation besetzt. Ausschlaggebend für den Sieg war schlussendlich das fantastische, hoch- und fest angesetzte Euter von DO Theresa (V. Gold Chip), Bes. Alex Dittmer, Marschacht, gezeigt von Justin Zimmermann. DO Theresa bewegte sich überdies noch auf einem tadellosem Fundament. Ihr folgte sehr milchtypische und zugleich rahmige SHo Cheesecake, eine Godewind-Tochter von Egon Strudthoff, Dötlingen, gezeigt von Maren Strudthoff.

Die letzte Entscheidung stand an: Wer würde Grand Champion der Holstein Frisians werden? RS Lauri, THL Playa, Loh Mexica und DO Theresa standen sich bei dieser Auswahl gegenüber. Letztendlich entschied THL Playa diesen Titel für sich, gefolgt von Loh Mexica als Reserve Grand Champion und DO Theresa als Honourable Mention.

MASTERRIND ist froh, seinen Jungzüchtern trotz Corona-Einschränkungen einen „Web-Bewerb“ geboten zu haben. Dieser Online- Wettbewerb war -trotz Weltpremiere- eine tolle Herausforderung für alle Beteiligten!

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