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Weser-Ems Tierschau

Endlich wieder Tierschau

Mit einem kleinen Aufatmen nach der langen Wartezeit fand am 21. August 2021 die erste Tierschau seit…langem statt. Die drei Zuchtverbände OHG, VOST und MASTERRIND hatten sich zusammengetan, um die Weser-Ems Tierschau auf den LandTagen Nord in Wüsting abzuhalten.
In den Segmenten jung, mittel und alt nahmen insgesamt 78 Kühe am Wettbewerb teil. Das Richter-Duo, bestehend aus Stefan Kallaß von der Wurster Nordseeküste und Oliver Krüger aus Hilter, hatte es oft nicht leicht, denn das Niveau war über alle Klasse hinweg enorm hoch!

Bereits die erste Färsenklasse ließ alle Zuschauer wissen: Heute ist Großes zu erwarten! DM Casey (V. Mogul) von der Milchhof Kilver GmbH aus Rödinghausen (OHG) machte den starken Auftakt und bestach die Richter vor allem durch ihr überragendes Euter mit einer super Strichplatzierung und Textur. Sie platzierte sich auf 1a. Ihr folgte auf 1b die Sidekick-Tochter My Tinka von Franz-Bernd Meyer aus Damme (MAR), die vor allem durch ihre Harmonie, die Beckenlage und ihr Vordereuter überzeugte. In der zweiten Klasse der Färsen übernahm die Dice Red-Tochter RS Rosanne von Egon Strudthoff aus Dötlingen (MAR) aufgrund ihrer Euterbalance und Ausgeglichenheit die Führung. Dicht dahinter kam Fs Targowi (V. Godewind), Bes.: Free Style-Holsteins, Aurich (VOST). Diese sehr lange Färse wies ein gut gelagertes Becken und ein feines Skelet auf.
Die letzte Färsenklasse hatte es in sich! Schnell kristallisierte sich eine Doppelspitze mit der tiefschwarzen Darlingo-Tochter RS Icekönigin, ebenfalls von Egon Strudthoff (MAR), auf 1a und Loh TJ NH Aloha (V. Diamondback), Bes. Lohmöller, Melbaum, Nosbisch und Blaise aus Emsbüren (MAR), auf 1b, heraus. „Diese Färse hat einfach alles“, schwärmte Richter Kallaß von der eleganten Erscheinung RS Icekönigin. Das Euter, die Rippe, die Tiefe… hier passte das Komplettpaket. Aloha, Tochter der Nationalsiegerkuh Loh Tj Alessja, bestach mit ihrem perfekten Euter und ihrem „Chic“.

Siegerauswahl jung

Schon folgte das erste Highlight des Tages, die Siegerauswahl jung. Hierfür kamen erneut alle 1a- und 1b-platzierten Tiere in den Ring. Unter rhythmischem Klatschen traf Richter Stefan Kallaß seine Auswahl: RS Icekönigin, die Darlingo-Tochter von Egon Strudthoff aus Dötlingen wurde auf Grund Vorteile im Euter und ihrer Knochenqualität Siegerin jung.
Wie schon in der Klasse rangierte Loh Tj NH Aloha als Reservesiegerin direkt dahinter. Die beiden Tiere symbolisierten die hervorragende Qualität der Schau perfekt.

 

 

Es folgten die Kühe mit zwei Laktationen in der vierten Klasse. Tabasca (V. Kingboy), Bes. Weser-Milch Lünschen KG, Loxstedt, (MAR), machte hier den Auftakt und entschied diese Klasse mit ihrem hochaufgehängten Euter und ihren überaus harmonischen Übergängen für sich. Spirit-Tochter Schäfchen von der Hobbie Holstein GbR aus dem Wangerland (VOST) folgte ihr dank ihrer Qualitäten im Euter und Körper auf 1b. Klasse fünf wurde ganz von einer weiteren Tochter des Exterieur-Vererbers Darlingo bestimmt: FG My Darling von Henrik Wille aus Essen (MAR). Ihr Euter mit der passenden Strichplatzierung aber auch die Eutertextur sowie ihre ausgewogenen Übergänge gaben den Ausschlag für 1a. Ihr folgte auf 1b RS Bejou (V. Devour RF), eine weitere Kuh aus dem Stall von Egon Strudthoff (MAR). Bejou setzte sich gegenüber der restlichen Konkurrenz vor allem wegen ihrer Vorzüge im Körper, wie der Vorhand und ihrer Tiefe, durch.
Die folgende Klasse wurde von Wyoming (V. Dempsey), Bes.: Torben Melbaum und Bernd Hatke, Bösel (MAR), angeführt. Wyoming hatte das „etwas Mehr“ an Schliff und Stärke sowie das bessere Euter als die nächstplatzierte Hanny (V. Gold Chip), Bes.: Dirk Hassbargen (VOST), die vor allem mit ihrem hervorragenden Milchtyp und ihrer Länge im Körper beeindruckte.
In der siebten Klasse betraten bereits Kühe in der dritten Laktation den Ring. FG Memphis (V. Arvis), Bes.: Henrik Wille (MAR), musste sich auf 1b nur der der Baily Chen-Tochter Barcelona, ebenfalls von Dirk Hassbargen (VOST), auf 1a geschlagen geben. Während Memphis mit der Breite ihres Beckens und ihrer Kapazität glänzte, trumpfte Barcelona mit einer wunderbar festen Euteraufhängung.
In der achten Klasse, und damit auch letzten Klasse bei den mittleren Kühen, dominierte die Megastar-Tochter WHO Sataday von Andreas Lohmöller, Emsbüren (MAR), das Geschehen. Neben den Vorzügen ihres Euters, sprachen auch die Knochenqualität und die Sprunggelenke für sie. Direkt dahinter lief Laola (V. Doorman), Bes. Torben Melbaum und Bernd Hatke (MAR). Laolas Jugendlichkeit und die Beaderung ihres Euters veranlassten die Richter, ihr den Vorzug vor der Drittplatzierten zu geben.

Siegerauswahl mittel

In der anschließenden Siegerauswahl mittel wurde es erneut spannend. Die Aufstellung der 1a- und 1b-Kühe im Ring war ein Anblick einer Bundesschau würdig, so urteilten die Richter. Dennoch konnte nur eine Kuh als Siegerin vom Platz gehen. Als „atemberaubend“ betitelte Richter Oliver Krüger WHO WHO Satarday, die zur Siegerin mittel gekürt wurde. Barcelona ließ den Rest des Feldes hinter sich und wurde Reservesiegerin.

 

 

Nach einer Demogruppe des Deutschen Schwarzbunten Niederungsrindes, die alle Zuschauer eindrucksvoll an die Wurzeln der Schwarzbunt-Zucht erinnerten, begann schon der Einlauf der alten Kühe. Den Auftakt in der neunten Klasse machten die Kühe mit vier und fünf Laktationen. Godewind-Tochter Ampulle von Gerd Wallrichs aus Uplengen (VOST) triumphierte hier Dank des gute beaderten Euters und des flacheren Übergangs des Vordereuters in die Bauchdecke. RS Rose (V. Ladd P), Bes. Egon Strudthoff, (MAR), nahm mithilfe ihres drüsigen Euters und ihrer Länge im Gesamtbild den 1b-Platz ein.

ZR Alge, eine Bradnick-Tochter von Thomas Rohdemann aus Großheide (VOST), präsentieret sich überaus stark, groß und mit viel Breite, auch im Euter, was ihr den 1a-latz einbrachte. Nur ihr ordnete sich Insemarie, eine Numero Uno-Tochter der Kleemann GbR aus Wittmund (VOST) unter. Sie zeigte sich mit trockenen Fundamenten und guter Bewegung sowie einem feinen Skelett.
Letzte Klasse, „Königsklasse“, möchte man sagen. Hier liefen diejenigen Kühe, die bereits sechs Laktationen oder mehr aufweisen können. Sie sind das Herzstück einer jeden Schau, zeigen sie doch, was eine gute Zucht, kombiniert mit einer hervorragenden Haltung, erreichen können.
Auf 1a lief hier die Bronco-Tochter Susi von der Hobbie Holstein GbR (VOST). Sie trägt den Euterboden auch nach sieben Kälbern noch deutlich über dem Sprunggelenk und überzeugt auch sonst auf ganzer Länge. Loh Lena (V. Velvet) von Andreas Lohmöller (MAR) hat schon einiges in ihrer Schaukarriere erlebt. Mit mittlerweile acht Kälbern reihte sie sich vor dem Rest der Klasse auf 1b ein, nicht zuletzt Dank ihres beeindruckenden Seitenbildes, ihrer Höhe und Breite und ihrer unsagbaren Kapazität.
In der anschließenden Siegerauswahl alt wurde neben den Siegerkühen auch eine Honourable Mention ernannt, also die ehrenvolle Erwähnung. Diese wurde ZR Alge. Den Reservesieg erhielt Loh Lena und die verdiente Siegerin wurde Susi.

 

Das Beste kommt zum Schluss

Die Wahl zur „Miss Weser-Ems“ versprach ein spannender Wettbewerbsabschluss zu werden, zu viele gute Kühe hatten heute alle am Tierschauring gesehen. Die drei Finalistinnen betraten den Ring:
Darlingo-Tochter RS Icekönigin, die samtschwarze Siegerin der Färsen, WHO Sataday, die atemberaubende Siegerin mittel und Susi, die hervorragende Kuh der alten Klassen mit bereits sieben Kälbern.
Die Zuschauer klatschten, Richter Kallaß deutete ein paar Finten an und schließlich landete der Siegerklaps auf WHO Sataday. Und schon erfuhr Vorführer Devon Lohmöller eine erfrischende Bierdusch vom ganzen Betreuungsteam der Familie Lohmöller. Den Reservesieg brachte die ebenfalls in ihrem Segment großartige Susi für die Hobbie Holstein GbR sicher nach Hause.
Groß war die Freude über diese Siege auf der ersten Tierschau…seit langem.

 

Prämierungsliste

Zum Bericht des Jungzüchterwettbewerbs in Wüsting geht es hier.

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