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Züchter des Jahres 2019

Die diesjährige Generalversammlung des SRV am 26. März wurde Anlass zur Verleihung  des Titels „Züchter des Jahres“. Alljährlich übergibt die MASTERRIND diese Ehrung an einen Milchviehbetrieb, der auf die eine oder andere Art von sich reden gemacht hat. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Leistungen für die Zucht.

Die Reichenbach GbR aus Bräunsdorf kann hierbei auf eine sehr erfolgreiche Zuchtgeschichte zurückblicken. Im Bestand des Familienbetriebes von 110 melkenden Kühen finden sich überall ganz besondere „Schätzchen“.

Allen voran kommt Durham Rana VG-87. Die Kuh ist inzwischen die Stammmutter eines großen Teils der Reichenbacher Herde. Ronny Reichenbach, der 2011 den Betrieb von seinem Vater Gunter übernahm, bekam Rana als Embryo vom Betrieb Markwell (Van Mersbergen, Lynden, USA) geschenkt, nachdem er dort ein Praktikum absolviert hatte. Rana, die in ihren acht Laktationen rund 88.300 kg Milch gegeben hat, ist zudem die Vollschwester zur weltberühmten Markwell Durham Daisy EX-92, einer DER internationalen Bullenmütter schlechthin, auf die so bekannte MASTERRIND-Vererber wie Braveheart und Beart zurückgehen. Rana hinterließ bis zu ihrem Abgang im Juli 2018 insgesamt 20 direkte Nachkommen, davon die Hälfte weiblich.

Bisher erfolgreichste Kuh aus diesem Stamm ist die Gold Chip-Tochter Rosa aus einer VG-87 Colby aus Durham Rana VG-87. Rosa ist EX-93 eingestuft und hat 2015 auf der Landesschau der agra in Leipzig eine 1a-Prämierung sowie den Titel des Eutersiegers ihrer Klasse abgeräumt. Sie kalbte erst kürzlich zum vierten Mal und lieferte in ihren vorherigen Laktationen insgesamt über 47.000 kg Milch ab. Auch die Giant-Tochter Rita VG-85, die sich im aktuellen MASTERRIND-Wandkalender als „Miss Juli“ wiederfindet, geht auf diese Familie zurück und ist bereits schauprämiert. Das ET-Programm der MASTERRIND wird zur Vermehrung der beliebten Kuhstämme immer wieder gern genutzt.

Auch aus dem ET-Programm gezogen und für die Nachzuchtgruppe des Bullen Lostau P auf der DHV-Schau bereitwillig zur Verfügung gestellt, wurde eine der wenigen roten, dafür umso schickeren Kühe im Betrieb: Shakira VG-86. Im letzten Jahr lief sie zudem erfolgreich auf der Schau der Besten.

Schauteilnahmen und der Beitrag zum „Schaufenster der Zucht“ stehen bei Reichenbachs sowieso hoch im Kurs. In Altmittweida, bei der agra, auf Jungzüchterwettbewerben… überall findet sich der Name Reichenbach GbR wieder. In Altmittweida räumten sie im letzten Jahr mit Predestine-Tochter Mar Metha VG-88 den Siegertitel mittel ab.  Diese Schauleidenschaft verbindet Ronny und Sindy schon seit etlichen Jahren, sind sie doch beide mit der Jungzüchterarbeit groß geworden und waren selbst erfolgreiche Teilnehmer zahlloser Wettbewerbe. Dieses großartige Hobby haben sie direkt an ihre beiden Söhne Jason (8) und Mark (12)  weitergegeben, die gerade in der Vorbereitung zum Jungzüchterwettbewerb auf der agra sind.

Der Betrieb selbst glänzt mit hervorragenden Zahlen: Knapp 140 Kühe werden mit einer Leistung von knapp 11.000 kg Milch bei 3,84 % Fett und 3,34 % Eiweiß gehalten. Geteilt von einer Dorfstraße, liegt der Familienbetrieb idyllisch am Ortsrand, im Frühling blühen die Apfelbäume in der Allee malerisch. Auf dem Hof hat alles seinen Platz, Ordnung und Sauberkeit wohin man guckt. „Hier kann eine Kuh noch Kuh sein“, lässt der betreuende Sire Analyst Torsten Lenk mit zufriedenem Blick durch den Stall des KuhVisions-Betriebs verlauten. Der 2012 erbaute Stall beherbergt neben der melkenden Herde auch alle baldig abkalben Färsen. Die beiden Gruppen werden von zwei AMS gemolken. Einmal in ihrer Gruppe eingestallt, bleiben die Tiere – außer während der Trockenstehphase – ein Leben lang in ihr.

Um die Eltern Regina und Gunter zu entlasten, unterstützt noch ein Angestellter die Familie. Im alten Kuhstall steht das Jungvieh, Heatime behält hier die Brunsten fest im Blick. Zum Wohntrakt gehört auch eine alte Gaststätte, die mittlerweile zum liebevoll hergerichteten Gesellschaftsraum umgestaltet wurde. Noch deutlich früher war es jedoch ein Stall, mit 15 Kühen auf Anbindung. „Hier hat Karl May im 19. Jahrhundert ein Pferd geklaut.“, verrät Ronny die beliebte Anekdote.

Als ehemaliger Praktikant eines Zuchtbetriebes in den USA weiß Ronny um den Wissenszuwachs und den wertvollen „Blick über den Tellerrand“, den einem ein Auslandsaufenthalt ermöglicht. Um diesen auch anderen Menschen zu ermöglichen, nehmen Sindy und Ronny immer wieder gerne Praktikanten auf. Jetzt gerade erwarten sie eine junge Amerikanerin, die, wenn sie Lust hat und sich auch von dem „Schau-Virus“ der Familien anstecken lässt, auch bei den kommenden Tierschauen mitmachen wird.

 

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